Während die einen Milliarden Strafe für eine Browserwahl zahlen, errichten anderen ganz offen und für jeden erkenntlich ein Oligopol auf den technischen Fundamenten der Internets

Google ist unausweichlich geworden. Und was Google wünscht, das habe auch zu geschehen. Dieser Eindruck ergibt sich zumindest, wen man den Blick auf das Internet, besser gesagt auf die Nutzerströme im WWW wirft. Der Großteil des weltweiten Traffic des Internet führt über das Portal der Google Suche und für viele Webseiten ist seit langem der Page Referer „Google“ die Herkunft für den Großteil der erfassten Page Impressions. Wer Erfolg will, betreibt ein auf Google bezogenes Marketing, wer es auf die erste Seite der SERPs schafft, gehört dabei zu den Gewinnern, denn er gilt als relevant und wird gefunden.

Die Suchmaschine ist mit ihren vermittelten Page Impressions zudem auch Quelle der Einnahmen aus Online-Ads, dem Hauptposten der Einnahmen einer Vielzahl von Online-Medien, welche nicht selten, eher im Regelfall, nützlich nützlich, ebenfalls von Google bereitgestellt werden. Wer als Konsument zudem noch ein Smartphone oder Tablet, im besten Falle gleich beiderlei mit dem Android-Betriebssystem besitzt, welches immerhin rund 75% aller neuartigen Mobilgeräte betreibt, der hat es entweder längst erkannt und akzeptiert oder weilt noch im Dornröschenschlaf und wird es noch nicht realisiert haben:

Er befindet sich nunmehr in einer von Google Stück für Stück etablierten Hemisphäre, einem in sich geschlossenen Netzwerk, in dem vorrangig der Konzern bestimmt, was gefunden, was gesehen und beworben wird. Ein „Status quo“, den wir im folgenden Kritisch betrachten wollen, mit der klaren Frage in Richtung der Wettbewerbshüter in den Kartellbehörden weltweit, welche dieser Entwicklung des WWW zu einem wortwörtlich alternativlosen „Google-Net“ faktisch tatenlos zusehen, während der Suchmaschinengigant Schritt um Schritt den Wettbewerb an sich reißt, während andere Marktführer, wie etwa Microsoft für vergleichsweise lappalienhafte „Verzerrungen des Wettbewerbs“ Milliardenstrafen einfahren müssen, die man dem Missbrauch ihrer Marktstellung zurechnet.

Das Google mehr ist, als nur der Anbieter von Suchergebnissen, ist jedem klar, der einen Blick auf das Portfolio an Dienstleistungen wirft, die Google in seinem Interface vereint. Aus der Suchmaschine ist längst ein full-scale Dienstleister für alle nur erdenklichen Dienste geworden. Jede Dienstleistung ist ohne Hindernisse über ein einheitliches Konto zu erreichen und zu nutzen, vom Speicherplatz in der Cloud bei Drive über das Postfach von Mail, dem Karten und Navigationsdienst von Maps, dem Picasa-Bilderhosting, aggregierten Nachrichtenmeldungen in News, Videos auf YouTube, dem Cloud-Office von Docs und last but not least den Übersetzungen von Translate und dem sozialen Netzwerk Google+, dessen Tracking-Ergebnisse längst Teil des Rankingverfahrens für Webseiten geworden sind. Und ein Tor sei der, welcher glaubt es verhielte sich in Sachen Vernetzung nicht mit allen Diensten auf diese Weise.

Wer es darauf anlegt, muss dieses in sich geschlossene Netzwerk von Dienstleistungen aus dem Hause Google nicht verlassen und für alles, was Google nicht bietet, gibt es die Suchergebnisse der Suche als führender Suchmaschine des Internets. Was sich bewährt, wird aufgekauft oder schlichtweg adaptiert, wie Google mit der Schöpfung ihres Social Network Plus bewiesen, um auch diesen Markt dem Konkurrenten Facebook strittig zu machen. Garant für den Erfolg ist das Prinzip des Konzerns, jede Dienstleistung für den Nutzer ohne Kosten und Hürden zu verbinden. Der Preis für die Dienstleistung „für lau“ sind Daten. Nutzerverhalten, Vorlieben, Kaufverhalten, einfach jeder Aspekt findet Eingang in die, durch den Account natürlichen Personen zuzuordnenden Datensammlungen, welche der tatsächlichen „Cash Cow“ Googles beständiges Futter liefert: Die Qualität und gelieferte Präzision der anhand der Auswertungen personalisiert dargestellten Werbeeinblendungen des hauseigenen Advertising-Dienstes AdSense ist es, womit der Konzern seine Umsätze generiert. Negative Stimmen beklagen, der Google-Nutzer sei die Ware, nicht Kunde und ein Funken Wahrheit ist an den oft polemisch ausfallenden Klagen gegen den Konzernriesen bleibt, selbst für den größten Kritiker dieser Kritiken.

Google herrscht unumschränkt. Schon allein die beständigen Zwänge zur Entwicklung, welche Google nach Belieben durch eine Änderung der Richtlinien für Webmaster (Webmaster Guidelines) könnte ohne weiteres als Verzerrung des Wettbewerbs gelten, von einem Missbrauch der unbestrittenen Monopolstellung gar nicht zu reden, die das Unternehmen als Maßgebliche Eingangspforte für Zugriffe auf Seiten des Internets innehält.

Der einzige Ausweg aus dieser unabwendbaren Situation, sich Sanktionen und Abwertungen auszusetzen, was gerade für Händler und Dienstleister auf Netzbasis, aber auch für lokal ansässige Gewerbe Relevanz besitzt, nämlich des Verlustes sämtlicher Bedeutung des eigenen Webangebots, ist der sprichwörtliche Gang nach Canossa: Unmittelbares herstellen der Konformität nach Maßgabe der Konzernpolitik der Google Incorporated, ohne wenn und ohne aber. Ein Verhandlungsspielraum existiert nicht und ist vor allem nicht in der Politik der Google Inc. vorgesehen, denn diese Webmaster Guidelines legen im Verständnis des Unternehmens die Regeln fest, die für alle Teilnehmer des Google-Konglomerates gleichermaßen gelten.

VN:F [1.9.14_1148]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.14_1148]
Rating: 0 (from 0 votes)